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Juliane Jahn

365 Tage unbegrenzte Mobilität – für einen 1€ pro Tag

+++ ÖPNV in Wien: Günstig für die Einwohner, teuer für die Stadt +++ Finanzierung durch Fahrkartenverkäufe und Zuschüsse der Stadt +++ Anbindung des Umlands verbessert +++ Taktung, Fahrtdauer und die Dichte der Haltestellen entscheidender als der Preis? +++

Aus der Themenreihe: ÖPNV - Frei für alle? Anhand nationaler und internationaler Beispiele beleuchten wir verschiedene Modelle und Finanzierungsmöglichkeiten eines kostenlosen Nahverkehrs. Welche Erfahrungen machten andere Städte? Welchen Nutzen haben die Einwohner und wird der ÖPNV so wirklich attraktiver? Wo liegen die Grenzen? Diese Fragen wollen wir klären.

 

Mit dem verlockenden Versprechen, den Preis für die Jahreskarte der Wiener Linien (städtischer Verkehrsbetrieb) von 449 Euro auf 100 Euro zu senken, wollten die Grünen 2010 den Sprung in die Wiener Stadtregierung schaffen. Das daraus nichts wird, hat sich nach der Bildung der rot-grünen Regierungskoalition schnell herauskristallisiert. Am Ende konnte man sich auf eine Jahreskarte für 365 Euro einigen.

Wien ist mit seinen 1,86 Millionen Einwohnern (Stand 2017) eine der größten Städte Europas. Man könnte nun sagen, dass jeder Einwohner mit einer Jahreskarte den ÖPNV für nur 1 Euro am Tag nutzen kann. Zum Vergleich: In Greifswald mit seinen rund 61.000 Einwohnern kostet eine Jahreskarte bereits 354 Euro (ab 01.09.18), also auf das Jahr gerechnet rund 97 Cent pro Tag. Die 365 Euro gelten aber nur, wenn die gesamte Summe auf einmal gezahlt wird. Bei monatlicher Zahlung kostet die Jahreskarte stattdessen 396 Euro.

Der Marktanteil der öffentlichen Verkehrsmittel liegt in Wien bei gut 38 Prozent und liegt damit deutlich vor Städten wie Berlin oder Hamburg. Die Zahl der Jahreskartenbesitzer und Fahrgäste übersteigt jedes Jahr die Zahl des Vorjahrs, allerdings auch bei ständig wachsender Einwohnerzahl. Eine riesige Veränderung gab es nicht, schon vor der Einführung der Jahreskarte für 365 Euro wurde der ÖPNV gut genutzt.

Dieser ist in Wien ein Zuschussgeschäft: Im letzten Jahr hat Wien 331 Millionen Euro an Betriebskostenzuschuss für den öffentlichen Nahverkehr ausgegeben. Für die hoch verschuldete Stadt nicht gerade wenig Geld. Dabei zeigt sich auch in Wien, dass nicht nur der Preis entscheidend ist. Taktung, Fahrtdauer und die Dichte der Haltestellen sind wichtig. Die österreichische Hauptstadt ist in der Hinsicht sehr gut aufgestellt. Dank einem dichten Netz an Haltestellen wohnen fast alle Wiener in Gehweite zu den öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus, U-Bahn, Straßenbahn). Länger als 3 Minuten muss in den Stoßzeiten im Normalfall keiner auf die U-Bahn warten.

Auch das Umland wurde nicht vergessen. Da die Stadt vor allem an den Rändern wächst, wurden neue Strecken gebaut und die Taktung in den Stoßzeiten erhöht, um auch Pendler von außerhalb in die öffentlichen Verkehrsmittel zu locken. Gleichzeitig wird den Autofahrern die Innenstadt mies gemacht: Wenn überhaupt irgendwo geparkt werden darf, dann höchstens in teuren Kurzparkzonen.

Letztendlich wird die Zukunft zeigen, ob die Stadt sich auf Dauer die Zuschüsse für den Verkehrsbetrieb leisten kann, wenn die Fahrkartenpreise weiter niedrig gehalten werden sollen, oder ob die Preise langfristig wieder steigen werden.


https://www.zeit.de/mobilitaet/2018-03/oepnv-wien-oesterreich-erfolg-preise

https://www.tagesspiegel.de/politik/oeffentlicher-nahverkehr-jahresticket-365-euro-deutsche-staedte-moegen-wiener-modell/22751878.html


Aus der Themenreihe: ÖPNV - Frei für alle?:

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